Slata Roschal in Fürth: Lesung über Klasse, Arbeit und soziale Ungleichheit


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Slata Roschal liest über Klasse, Arbeit und die glänzende Fassade des Wohlstands
Am 28. Februar 2027 gastiert Slata Roschal im Jüdischen Museum Franken in Fürth. Im Rahmen der Lesereihe Jüdische Stimmen – Frauen erzählen präsentiert die Autorin ihren Roman Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet – eine präzise, bissige und gesellschaftlich hellwache Erzählung über Kapitalismus, Dekadenz und soziale Ungleichheit.
Wo Wellness auf Arbeit trifft
Im Zentrum des Romans steht Lea Stein, die zu einem Bewerbungsgespräch in das Hotel Schillerhof Resort & Spa reist. Für die junge Mutter bedeutet die Begegnung mit dem Literaturagenten Erwin Groß eine letzte Chance auf einen beruflichen Neuanfang. Zwischen Spa-Ästhetik, gepflegten Oberflächen und prekären Lebensrealitäten entfaltet Roschal ein literarisches Panorama der Gegenwart.
Eine Romanwelt aus Glanz und unsichtbarer Arbeit
Lea bewegt sich beobachtend, unsicher und rechnend durch die Welt der Wohlhabenden. Während die luxuriöse Atmosphäre des Hotels Ruhe und Leichtigkeit verspricht, halten Migrantinnen mit ihrer täglichen Arbeit den Betrieb im Hintergrund aufrecht. Roschals Narrative lenkt den Blick auf jene Arbeitsverhältnisse, die im makellosen Bild des Wohlstands unsichtbar bleiben.
Slata Roschal: Sprachkunst mit gesellschaftlicher Schärfe
Slata Roschal, geboren 1992 in Sankt Petersburg, ist Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin. Ihr Debütroman 153 Formen des Nichtseins stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Für ihre Lyrik und Prosa erhielt sie unter anderem den Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern, den Schubart-Literaturförderpreis und den Christine-Literaturpreis.
Ihre Texte verbinden formales Bewusstsein mit politischer Aufmerksamkeit. Kritiken heben ihre Verve, ihren Scharfblick und ihren Humor hervor. In Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet richtet sich diese Sprachkunst auf Fragen von Klasse, Habitus, Macht und der ungleichen Verteilung von Anerkennung.
Eine Lesung im Zeichen jüdischer Gegenwartsliteratur
Die Veranstaltung ist Teil der Lesereihe Jüdische Stimmen – Frauen erzählen. Damit verbindet sich die Autorinnenbegegnung mit einem kulturellen Diskurs über jüdische Gegenwart, weibliche Perspektiven und die Vielfalt deutschsprachiger Literatur. Roschals literarisches Erlebnis verspricht eine konzentrierte Lesungs-Atmosphäre, in der Stimme, Rhythmus und sprachliche Präzision die gesellschaftlichen Spannungen des Romans unmittelbar erfahrbar machen.
Fazit: Literatur, die hinter die Oberfläche blickt
Besucherinnen und Besucher erwartet eine anspruchsvolle Lesung über Arbeit, soziale Ungleichheit und die Eleganz der Macht. Slata Roschal verbindet literarische Qualität mit analytischer Schärfe und macht sichtbar, was eine glänzende Oberfläche verdrängt. Wer Gegenwartsliteratur als Autor-Begegnung und gesellschaftliche Denkbewegung erleben möchte, sollte diesen Nachmittag im Jüdischen Museum Franken nicht verpassen.
Offizielle Kanäle von Slata Roschal:
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- Website: https://www.slataroschal.de/
- Verlag: kein offizielles Profil gefunden










