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Hotelmarkt und Tourismus in Fürth

Hotel am Stadtpark öffnet neu: Warum Fürth jetzt auf mehr Gäste setzt

Das frühere NH Hotel am Fürther Stadtpark soll bereits Mitte Juni unter der Marke DORMERO zurückkehren. Für die Stadt ist der Betreiberwechsel mehr als eine Einzelmeldung: Er steht für einen Hotelmarkt, der nach schwierigen Jahren wieder wächst – und für einen Tourismus, der inzwischen messbar zum Einkommen in der Stadt beiträgt.

Das Hotel am Fürther Stadtpark ist seit dem 30. April geschlossen; letzter Öffnungstag war nach Angaben der Stadt der 29. April. Nach jetzigem Stand soll das Haus am 15. Juni wieder öffnen.

Wirtschaftsreferent Horst Müller wertet die Rückkehr unter der Marke DORMERO als wichtiges Signal für Fürth – auch, weil parallel weitere Projekte neue Betten in den Markt bringen und die Übernachtungszahlen zuletzt wieder gestiegen sind.

Warum die Wiedereröffnung für Fürth mehr ist als ein Betreiberwechsel

Aus Sicht der Stadt war die Schließung am Stadtpark kein Hinweis auf fehlende Nachfrage. Müller sagte, es habe nicht an der Auslastung gelegen; vielmehr sei der bisherige Pachtvertrag ausgelaufen. Gerade weil das Haus zentral liegt und nach Müllers Darstellung traditionell gut gebucht gewesen sei, habe die vorübergehende Schließung Fürth „schmerzlich“ getroffen.

Der Standort spielt dabei eine besondere Rolle: In der Vergangenheit sei das Hotel regelmäßig von Künstlerinnen und Künstlern genutzt worden, die im Stadttheater oder in der Comödie Fürth auftreten. Auch zur Kirchweih sei die Nachfrage demnach verlässlich hoch gewesen – ein Muster, das im Hotelgeschäft zählt, weil es nicht nur einzelne Spitzen abbildet, sondern wiederkehrende Buchungsanlässe.

Müller schilderte, er habe nach Bekanntwerden der Situation sofort Kontakt mit der Eigentümerin aufgenommen und betont, wie wichtig das Haus für die Stadt sei. Nach seiner Darstellung habe die Eigentümerin das Wohl des Standorts ebenfalls im Blick gehabt; zugleich habe es mehrere Interessenten gegeben. Dass nun DORMERO übernimmt, bewertet Müller als gute Entwicklung – und spricht von einem „Wunschkandidaten“.

Die Stadt verbindet damit auch eine pragmatische Erwartung: Der Austausch sei mit regional verankerten Ansprechpartnern in der Regel einfacher als mit großen internationalen Ketten. DORMERO hat zwar seinen offiziellen Sitz in Berlin, ist nach Darstellung der Stadt aber eng mit Mittelfranken verbunden – auch über die Nürnberger Unternehmerfamilie Wöhrl.

Nach Unternehmensangaben ist Marcus Maximilian Wöhrl seit Anfang 2019 alleiniger Anteilseigner der DORMERO Hotel AG. Mehr erfahren

Hinzu kommt der enge Zeitplan: Zwischen Schließung und geplanter Wiedereröffnung liegen nur wenige Wochen. Gleichzeitig soll das Haus nach Angaben der Stadt umgebaut und an aktuelle Standards angepasst werden. Wie weit die Modernisierung im Detail reicht, wird sich erst mit dem Neustart zeigen – geplant ist jedenfalls eine schnelle Rückkehr in den Markt.

Der Fürther Hotelmarkt wächst wieder

Die Entwicklung am Stadtpark steht nach Einschätzung der Stadt nicht für sich. Müller ordnet sie in eine breitere Erholung und Neuordnung des Fürther Hotelmarkts ein. Er verweist auf Bestandshäuser, die nach schwierigen Phasen wieder geöffnet hätten oder qualitativ aufgewertet worden seien – darunter die wiedereröffnete Hotel-Pyramide sowie das frühere Hotel Bavaria, das inzwischen unter der Marke Evermore geführt wird.

Parallel kommen neue Kapazitäten hinzu. Auf der Hardhöhe ist ein B&B Hotel geplant; nach Angaben des Projektentwicklers Centrotec soll das Projekt 112 Zimmer und 250 Betten umfassen. Im Amtsblatt der Stadt Fürth wird zudem ein Investitionsvolumen von rund 8,5 Millionen Euro für das Hotelgebäude in der Siemensstraße 3 genannt. Details im Amtsblatt

Außerdem soll ein weiteres Hotel im Hornschuch-Campus an der Stadtgrenze entstehen, ein zusätzliches Haus auf dem Wolfsgruber-Areal ist möglich. Wenn diese Projekte umgesetzt werden, käme Fürth nach den Angaben aus dem Umfeld der Stadt auf 28 Hotels.

Auch im Segment der möblierten Apartments wächst das Angebot. Stayery will am 17. Juni im Flair eröffnen; vorgesehen sind in Fürth rund 60 Serviced Apartments. Ende des Jahres soll zudem ipartment im sanierten Woolworth-Gebäude starten. Gerade diese Formate zielen typischerweise auf längere Aufenthalte von Geschäftsreisenden, Projektteams oder Messegästen – und können damit Lücken schließen, die klassische Hotels nicht immer abdecken.

Die Stadt verbindet mit dem Wachstum eine klare wirtschaftliche Logik. Über Jahre habe es in Fürth eher zu wenige Betten gegeben, sagt Müller. Zwar bilde Fürth mit Nürnberg faktisch einen gemeinsamen Hotelmarkt. Gleichzeitig verweist die Stadt auf große Unternehmen am Standort, die Nähe zur Messe und eine wachsende touristische Bedeutung. Müller nennt die Rückkehr des Hauses am Stadtpark deshalb „eine extrem gute Nachricht“ für den Tourismusstandort.

Ganz ohne Grenzen sieht die Stadt den Ausbau allerdings nicht. Zusätzliche Häuser müssten dauerhaft ausgelastet sein; entscheidend sei, zentrale Leerstände zu vermeiden und unterschiedliche Segmente abzudecken. Zwei oder drei zusätzliche Hotels könne die Stadt aus Müllers Sicht aber noch vertragen – vorausgesetzt, Angebot und Nachfrage entwickelten sich stabil.

Tourismus bleibt ein relevanter Wirtschaftsfaktor

Die positive Einschätzung stützt die Stadt auch mit Kennzahlen. Im ersten Quartal 2026 habe Fürth nach Müllers Angaben ein Plus von rund zehn Prozent bei den Übernachtungen verzeichnet – ein Hinweis darauf, dass der Markt zuletzt wieder angezogen hat.

Hinzu kommt die wirtschaftliche Dimension des Tourismus. Die Stadt verwies in einer Mitteilung auf einen touristischen Bruttoumsatz von 283,1 Millionen Euro; außerdem bezögen demnach 3.960 Personen ihr Primäreinkommen aus dem Tourismus. Mehr zur Statistik

Für den Hotelmarkt ist außerdem entscheidend, dass Nachfrage in Fürth nicht nur aus klassischen Urlaubsreisen kommt. Geschäftsreisen, Kulturveranstaltungen und Messen spielen ebenfalls eine Rolle. Die vorübergehende Einschränkung des Betriebs der Fürther Stadthalle durch die geplante Sanierung sieht Müller zwar nicht als Vorteil, nach seiner Einschätzung aber auch nicht als entscheidenden Belastungsfaktor. Betroffen sein könnten eher Betriebe in unmittelbarer Nähe. Größere Veranstaltungen und Kongresse bewertet die Stadt als wichtiger für den Beherbergungsmarkt als Konzerte, bei denen ein großer Teil des Publikums ohnehin aus der Region anreise und nicht übernachte.

Fürth verbindet mit der Wiedereröffnung am Stadtpark damit mehr als einen Namenswechsel an der Hotelfassade: Sie soll zusätzliche Stabilität in einen Markt bringen, der gleichzeitig neue Kapazitäten aufbaut. Ob das Wachstum dauerhaft trägt, wird sich an Auslastung und Nachfrage zeigen. Aus Sicht der Stadt sprechen derzeit vor allem der Mix aus Projekten, steigenden Übernachtungen und der belegbaren wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus für den Standort dafür, dass Fürth diesen Ausbau verkraften kann.

Häufig gestellte Fragen

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