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Fürth prüft Zukunft des Jugendbads

Aus für das Jugendbad Burgfarrnbach? Stadt Fürth prüft dauerhafte Schließung

Das Jugendbad Burgfarrnbach könnte dauerhaft vom Netz gehen. Der Finanz- und Verwaltungsausschuss der Stadt Fürth will am 10. Juni 2026 über eine Betriebseinstellung beraten. Grundlage ist eine Beschlussvorlage der Verwaltung, die sich auf einen Zustandsbericht der infra fürth stützt: Vor einer erneuten Inbetriebnahme wären nach Einschätzung des Betreibers Investitionen von mindestens 165.000 Euro nötig. Gleichzeitig sind die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren stark gesunken – und es fehlt an qualifiziertem Personal für Aufsicht und Technik.

Anlage und Ausstattung

Für viele Familien in Burgfarrnbach ist das Bad mehr als eine Wasserfläche: Seit rund 60 Jahren wird die Anlage hinter der Farrnbachschule als saisonales Freibad genutzt, ausgelegt auf Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre sowie Begleitpersonen.

  • Unbeheiztes Becken: 8 × 20 m, Tiefe 0,80 – 1,35 m
  • Liegewiese: ca. 1.000 m²
  • Umkleiden und Toiletten

In dieser Saison blieb das Jugendbad bislang geschlossen.

165.000 Euro vor der nächsten Öffnung – vor allem für Technik und Sicherheit

Der Bericht der infra fürth beschreibt den Sanierungsbedarf als umfassend. Es geht nicht um einzelne kosmetische Reparaturen, sondern um zentrale Bausteine, die für einen sicheren und ordnungsgemäßen Badebetrieb zwingend sind.

Genannt werden unter anderem Schäden an:

  • Mess- und Dosiertechnik der Badewasseraufbereitung
  • Schaltschrank
  • Spülluftgebläse
  • Umwälzpumpen
  • verschiedenen Armaturen

Besonders problematisch: Die Badewassertechnik verliert seit der vergangenen Saison größere Mengen Wasser. Als mögliche Ursache vermutet die infra einen Rohrbruch im Erdreich oder eine massive Undichtigkeit am Becken. Allein die Ortung und Instandsetzung werden mit bis zu 50.000 Euro beziffert – eine Summe, die noch keine weiteren Arbeiten an Elektrik, Leitungen oder Oberflächen abdeckt.

Hinzu kommen laut Zustandsbericht Mängel, die direkt die Verkehrssicherheit betreffen:

  • Defekte Elektrik in Umkleiden, Sanitärräumen und Räumen der Badeaufsicht
  • stark korrodierte Wasserleitungen
  • uneinheitlicher Plattenbelag am Becken und auf dem Weg von der Umkleide zum Wasser
  • erhöhte Unfallgefahr an der Treppenanlage vom Schulpausenhof bis zum Eingangstor

Sinkende Besucherzahlen, laufende Kosten – und kein Personal für den Betrieb

Die Nutzung ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen:

  • 2023: 600 Badegäste
  • 2024: 465 Badegäste
  • 2025: 275 Badegäste

Mit der sinkenden Frequenz gingen auch die Einnahmen zurück. Die Betriebsaufwendungen lagen weiterhin im fünfstelligen Bereich; für 2025 nennt die infra 38.500 Euro netto. In der Abwägung stellt sich nicht nur die Frage, ob 165.000 Euro investiert werden sollen, sondern auch, wie belastbar ein Betrieb perspektivisch wäre, wenn die Auslastung niedrig bleibt und laufende Kosten Jahr für Jahr anfallen.

Ein weiterer Engpass: Die bisher eingesetzte Fachkraft steht nicht mehr zur Verfügung, da sie nach einem Personalabgang im Hallenbad Stadeln dort eingesetzt wurde. Für den Betrieb sind jedoch qualifizierte Mitarbeiter in folgenden Bereichen notwendig:

  • Badeaufsicht
  • Wasseraufbereitung
  • Reinigung
  • technische Betreuung

Die infra verfügt derzeit nicht über die erforderlichen Kapazitäten für diese Aufgaben.

Politischer Widerstand: CSU plädiert für Erhalt

Die Verwaltung betont, dass das Jugendbad eine soziale Funktion hat: als Treffpunkt für Kinder und Jugendliche in Burgfarrnbach, als Ort für Bewegung, Erholung und Abkühlung an heißen Tagen. Gleichzeitig sei die Anlage wegen ihrer Auslegung nur eingeschränkt für strukturierten Schwimmunterricht geeignet und spiele keine zentrale Rolle für schulische oder vereinsorganisierte Schwimmausbildung.

Die CSU-Stadtratsfraktion spricht sich dennoch für den Erhalt aus und hatte beantragt, dass Verwaltung und infra über Zustand und Zukunft des Bades berichten. In der Begründung bezeichnet die Fraktion das Jugendbad als beliebten Ort für die lokale Jugend; zudem könne es in die Betreuung von Ganztagsschülern und örtlichen Horten eingebunden werden. CSU-Fraktionschef Max Ammon kritisiert den Zeitpunkt der Informationsweitergabe: „Leider wurde hier mit den Infos zu den notwendigen Investitionen zu lange gewartet, um eine Lösung für eine Öffnung zu finden.“

Beschlussvorschlag: Schließung – und Konzept für Nachnutzung

Der Vorschlag der Verwaltung: Die dauerhafte Betriebseinstellung beschließen und ein Konzept für die Nachnutzung des Geländes erarbeiten. Insbesondere werden folgende Optionen genannt:

  • Erweiterung schulischer Freiflächen
  • Nutzung der Nebengebäude als Lager oder überdachter Freisitz
  • Stilllegung und Auffüllung des Beckens, zum Beispiel als Schulbeet

Damit steht die Stadt vor einer Abwägung zwischen einem sozial bedeutsamen Angebot und einem Sanierungsbedarf im sechsstelligen Bereich, sinkenden Besucherzahlen und fehlendem Fachpersonal. Die finale Entscheidung fällt im Finanz- und Verwaltungsausschuss.

Häufig gestellte Fragen

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