Featured image for news: Frankenderby mit Druck und Serien
4 Min. Lesezeit

Frankenderby mit Druck und Serien

Klose vor dem Derby: Nürnberg will nichts herschenken – Fürth braucht dringend Punkte

Vor dem Frankenderby am Sonntag (13.30 Uhr) geht es für den 1. FC Nürnberg nicht nur um die nächste Prestigepartie der Region, sondern auch um die Fortsetzung einer auffälligen Serie unter Miroslav Klose. Auf der anderen Seite reist die SpVgg Greuther Fürth mit akutem Druck an: Nach dem 1:2 in Bochum steht das Team wieder auf einem direkten Abstiegsplatz. Zusätzlich ist offen, ob Torjäger Mohamed Alì Zoma rechtzeitig wieder einsatzfähig wird.

Klose will die Derby-Serie fortsetzen

Miroslav Klose geht mit einer klaren Derby-Bilanz in das nächste Nachbarschaftsduell. Unter seiner Verantwortung lauten die bisherigen Ergebnisse 4:0, 3:0 und 2:2 – das ergibt sieben Punkte und 9:2 Tore.

Klose macht daraus vor dem vierten Derby keinen Wohlfühltermin, sondern einen Anspruch: „Wir werden nichts herschenken. Es sind noch neun Punkte zu vergeben und dementsprechend schauen wir auf uns. Wir wollen unseren Weg gehen, unsere Schritte machen. Wir haben es selbst in der Hand.“

Sportlich ist die Ausgangslage beim FCN vergleichsweise stabil. Nach dem 1:0 gegen Magdeburg kann Nürnberg für ein weiteres Jahr in der 2. Liga planen – ohne den unmittelbaren Existenzdruck, der Derbys oft zusätzlich auflädt.

Doch Klose betont die besondere Wucht des Duells. Sein Wunsch richtet sich auch auf die kommende Saison: „Ich habe jetzt schon drei Derbys gespielt. Wenn Sie mich nach einem Wunsch fragen, dann sage ich Ihnen, ich würde gerne nächstes Jahr wieder zwei Derbys spielen, weil dieses Duell so wichtig für die Region ist. Ich weiß, wie da alle mitfiebern. Ohne dieses Spiel würde ich etwas vermissen.“ Das ist auch als Seitenhieb auf die Lage des Rivalen zu verstehen: Fürth braucht Punkte, um überhaupt in Reichweite eines weiteren Derby-Jahres zu bleiben.

Fürth steht unter Druck im Abstiegskampf

Für Greuther Fürth ist die Lage vor dem Anpfiff deutlich zugespitzter. Die Niederlage in Bochum hat das Team wieder auf einen direkten Abstiegsplatz gedrückt. Eine weitere Pleite würde nicht nur weh tun, weil es ein Derby ist – sie könnte den Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz auf vier Punkte anwachsen lassen. In dieser Konstellation wird das Frankenderby zu einem Spiel mit zwei Ebenen: Nürnberg kann relativ frei aufspielen, Fürth benötigt Zählbares für den Klassenerhalt.

Das kann auch die Statik der Partie beeinflussen. Wer in der Tabelle unter Zugzwang steht, spielt nicht automatisch defensiver – aber oft weniger fehlertolerant. Gerade in Derbys, in denen Emotion und Tempo hoch sind, kann das zu einem schmaleren Grat führen: Fürth muss riskieren, darf sich aber keine frühen Fehler erlauben.

Zoma bleibt die offene Personalfrage

Ein entscheidender Faktor für Fürths Offensivkraft könnte bis kurz vor Anpfiff offen bleiben: Mohamed Alì Zoma. Der 22-Jährige steht bei elf Saisontoren und ist damit eine der zentralen Figuren im Fürther Angriffsspiel. Nach seiner Muskelverletzung im Umfeld des 1:1 gegen Bielefeld hat er bislang nicht wieder am Mannschaftstraining teilgenommen und absolviert weiterhin ein individuelles Programm.

Klose lässt die Tür für ein spätes Comeback dennoch offen: „Mohamed Zoma macht weiterhin sein individuelles Programm, das jeden Tag immer mehr gesteigert wird. Wir haben ja noch ein paar Tage bis Sonntag. Schauen wir mal, ob er es schafft.“ Der Hinweis auf die tägliche Steigerung zeigt, dass Fürth (und das Trainerteam) offenbar nichts erzwingen will: Gerade nach Muskelverletzungen ist die Rückkehr häufig an Belastungssteuerung geknüpft – zu frühes Volltraining kann das Rückfallrisiko erhöhen. Für Fürth bedeutet das: Selbst wenn Zoma auf den Spielbogen kommt, ist nicht automatisch klar, ob er die Intensität eines Derbys über längere Zeit gehen kann.

In Fürth wird das Duell entsprechend hoch aufgehängt. Koudossou bezeichnete es als „wichtigstes Spiel der Saison“. Das trifft die Stimmungslage: Nürnberg will seine Derby-Serie ausbauen und den eigenen Weg bestätigen – Fürth braucht Punkte, um den Abstiegskampf nicht noch steiler werden zu lassen. Und über allem steht die Frage, ob Zoma rechtzeitig fit wird, um sportlich den Unterschied machen zu können.

Veröffentlicht:

Häufig gestellte Fragen