Abschied nach sieben Jahren in Fürth
Fürths Kapitän Hrgota geht: Das Ende einer Ära ist besiegelt
Branimir Hrgota wird die SpVgg Greuther Fürth im Sommer verlassen. Nach dann sieben Jahren endet damit die Zeit eines Kapitäns, Torjägers und prägenden Gesichts des Klubs – in einer sportlich heiklen Phase, in der weiterhin offen ist, ob das Kleeblatt in der 2. Bundesliga bleibt oder erstmals in die 3. Liga absteigt.
Der Verein bestätigte den Abgang am Dienstag – wenige Stunden vor dem 276. Frankenderby gegen den 1. FC Nürnberg, das 1:1 endete. Hrgota wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern.
Der Abschied ist bestätigt
Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung führten nicht zu einer Einigung. Fürth muss damit zur neuen Saison ohne seinen Kapitän planen – und das in einem Moment, in dem sportlich und wirtschaftlich jede Personalentscheidung zusätzliches Gewicht bekommt: Im Fall eines Abstiegs würden sich die Rahmenbedingungen für Kaderplanung und Budget in der Regel spürbar verschärfen.
Sportdirektor Stephan Fürstner würdigte Hrgotas Bedeutung deutlich: „Brane ist ein unglaublich verdienter Spieler und deshalb müssen wir seine Entscheidung, eine neue Herausforderung zu suchen, auch akzeptieren. Seine Verdienste für unseren Verein sind außergewöhnlich und werden ihm einen festen Platz in den Geschichtsbüchern sichern. Dabei wollen wir alle, dass diese Geschichte ein gutes Ende bekommt, und dafür werden wir gemeinsam alles geben.“
Sieben Jahre, 238 Spiele, 67 Tore
Hrgotas Stellenwert lässt sich auch an den Zahlen ablesen: In bislang 238 Pflichtspielen erzielte der Angreifer 67 Tore für Fürth. Vereinsintern hat er sich damit in mehreren Kategorien an die Spitze gesetzt. Mit neun Treffern ist er der beste Bundesligatorschütze der Fürther Vereinsgeschichte, in der 2. Liga führt er mit aktuell 58 Toren die ewige Bestenliste des Klubs an.
Diese Bilanz erklärt, warum sein Abgang sportlich weit über einen gewöhnlichen Personalwechsel hinausgeht: Fürth verliert nicht nur einen Spieler mit Erfahrung, sondern einen, der über Jahre hinweg für Verlässlichkeit im Abschluss stand und in entscheidenden Phasen Verantwortung übernahm.
Fürth verliert eine prägende Figur
Auch wenn Hrgota in der laufenden Saison nicht mehr durchgehend an frühere Konstanz anknüpfen konnte, blieb er eine zentrale Figur – als Kapitän, als Identifikationsspieler und als Fixpunkt in einer Mannschaft, die sich in einer schwierigen Lage stabilisieren muss.
Fürth steht damit vor einer doppelten Aufgabe: kurzfristig den Saisonendspurt zu gestalten und gleichzeitig eine Mannschaft für die kommende Spielzeit zu formen – ohne den Spieler, der über Jahre hinweg sportlich und symbolisch eine Klammer war.
Mit Hrgotas Abschied endet im Sommer eine Ära, unabhängig davon, in welcher Liga das Kleeblatt dann spielt.

