Andreas Schaerer

Quelle: Wikipedia

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Andreas Schaerer: Der Schweizer Vokalabenteurer zwischen Jazz, Improvisation und grenzenloser Klangfantasie
Ein Ausnahmekünstler, der die Stimme als Instrument neu denkt
Andreas Schaerer gehört zu den markantesten Stimmen des europäischen Jazz. Der 1976 in Visp geborene Schweizer Sänger und Komponist hat sich mit einer Musikkarriere jenseits aller Routinen einen Namen gemacht: als Vokalist, Beatboxer, Improvisator, Bandleader und Klangforscher. Seine künstlerische Entwicklung führt von frühen Experimenten mit Kassettengeräten und ersten Bühnenmomenten als junger Gitarrist bis zu internationalen Projekten, Festivalauftritten und Auszeichnungen, die seine Autorität in der zeitgenössischen Jazzszene unterstreichen. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Schaerer))
Was Schaerer besonders auszeichnet, ist die Verbindung von technischer Virtuosität und erzählerischer Fantasie. Seine Stimme wechselt mühelos zwischen Sprechgesang, Scat, Beatboxing, opernhaften Farben und improvisatorischer Befreiung. Genau daraus entsteht jene seltene Form von Bühnenpräsenz, die nicht nur Musikerinnen und Musiker fasziniert, sondern auch ein Publikum, das sich auf Überraschung, Energie und emotionale Unmittelbarkeit einlässt. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/en/about/?utm_source=openai))
Biografie: Von Visp über Bern in die internationale Jazzwelt
Andreas Schaerer wuchs im Wallis, in den Berner Hügeln des Emmentals und später in Bern auf. Schon in der Kindheit experimentierte er mit Stimmen, Geräuschen und kleinen Kompositionen; erste Hörspiele und Miniaturen entstanden auf dem heimischen Kassettenrekorder. Seine ersten Live-Erfahrungen sammelte er als Teenager in der Punkband Hektor lebt, bevor er 2000 nach ausgedehnten Reisen durch Süd- und Zentralamerika sein Studium an der Hochschule der Künste Bern aufnahm und 2006 abschloss. Dort studierte er Gesang, Improvisation und Komposition bei renommierten Lehrern und legte damit das Fundament für eine ungewöhnlich breit aufgestellte Künstlerbiografie. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/en/about/?utm_source=openai))
Diese Herkunft prägt seine Arbeitsweise bis heute. Schaerer denkt Musik nicht in engen Genregrenzen, sondern als offenes Feld aus Komposition, kollektiver Improvisation und dramatischer Form. Früh zeigte sich auch seine Affinität zur Schreibarbeit: Für seine Projekte komponiert er regelmäßig selbst und schrieb Auftragswerke für klassische Ensembles und zeitgenössische Formationen. Damit steht er an einer Schnittstelle zwischen Jazz, Neuer Musik und performativer Klangkunst. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/about/))
Karriere: Jazzwerkstatt, Hildegard Lernt Fliegen und die Kunst des Aufbruchs
Ein zentraler Karriereabschnitt begann 2007 mit der Gründung der Jazzwerkstatt Bern gemeinsam mit Marc Stucki und Benedikt Reising. Im selben Kosmos entwickelte sich auch sein Sextett Hildegard Lernt Fliegen, das zu Schaerers wichtigstem künstlerischem Labor wurde. Die Formation verband skurrile Programmatik, hochvirtuose Arrangements und eine drastische Energie, die von freier Improvisation bis zu kunstvoll verschachtelten Songformen reichte. Mit dieser Band tourte Schaerer durch Europa, Russland und China und etablierte sich als Musiker, der den Jazztheater-Moment ebenso beherrscht wie die offene Live-Explosion. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/about/?utm_source=openai))
Der Durchbruch auf institutioneller Ebene kam mit Preisen und Förderungen, die seine Position im europäischen Jazz festigten. 2008 gewann Hildegard Lernt Fliegen den ZKB-Jazzpreis, später folgten die Prioritätsförderung von Pro Helvetia, der BMW Welt Jazz Award 2014 sowie der ECHO Jazz für Schaerer als bester internationaler Sänger 2015. Weitere Anerkennung brachte die Auszeichnung durch die Académie du Jazz im Jahr 2024. Diese Preislinie zeigt nicht nur Erfolg, sondern auch die Beständigkeit einer künstlerischen Entwicklung, die immer wieder neue Formen findet. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/about/))
Stimme, Technik und musikalische Sprache
Andreas Schaerer ist kein klassischer Jazzsänger im engen Sinn, sondern ein Vokalist mit instrumentaler Denkweise. Sein Markenzeichen ist die extreme Beweglichkeit der Stimme: Er nutzt Beatboxing, Lautmalerei, Scat, Sprechgesang und ornamentale Linien in einem einzigen musikalischen Verlauf. Diese Technik erlaubt ihm, rhythmische Impulse, melodische Bögen und klangliche Masken gleichzeitig zu erzeugen, wodurch seine Performances oft wie eine ganze Band aus einer einzigen Kehle wirken. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/en/about/?utm_source=openai))
Gerade in der Improvisation entfaltet sich diese Handschrift mit voller Kraft. Kritik und Pressestimmen beschreiben seinen Vortrag als flexibel, überraschend und kontrolliert wild, ohne je ins bloße Effektfeuerwerk abzugleiten. Die Musik lebt vom Wechsel zwischen präziser Komposition und kontrollierter Offenheit; zwischen kantigen Rhythmen, freier Energie und melodischer Erzählkraft. Das macht Schaerer zu einer Figur, die im Jazz nicht nur singt, sondern Form, Farbe und Dramaturgie gleichzeitig gestaltet. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/projects/hlf/?utm_source=openai))
Diskographie: Wichtige Aufnahmen und künstlerische Meilensteine
Die Diskographie von Andreas Schaerer zeigt eine konsequente Erweiterung seines musikalischen Radius. Zu den wichtigen Stationen zählen die frühen Alben mit Hildegard Lernt Fliegen, das Duo mit Bänz Oester auf Schibboleth, das Trio Rom/Schaerer/Eberle mit At the Age of Six I Wanted to Be a Cook, das Werk Perpetual Delirium mit dem ARTE Quartett und Wolfgang Zwiauer sowie The Big Wig mit der Lucerne Festival Academy. Besonders stark rezipiert wurden auch Arcanum mit Lucas Niggli und Out of Land mit Emile Parisien, Michael Wollny und Vincent Peirani. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Schaerer))
Die Rezeption dieser Werke verdeutlicht Schaerers Stellenwert innerhalb der europäischen Jazzmoderne. At the Age of Six I Wanted to Be a Cook wurde vom NDR als CD der Woche hervorgehoben, Arcanum gelangte auf die Bestenliste des Preises der deutschen Schallplattenkritik, und Out of Land erhielt internationale Aufmerksamkeit, auch wegen der außergewöhnlichen Chemie zwischen den vier Protagonisten. Jüngere Projekte wie A Novel Of Anomaly oder Anthem For No Man’s Land führen diese Linie fort und zeigen, wie offen Schaerer auf neue Konstellationen, neue Texte und neue Klangräume reagiert. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Schaerer))
Aktuelle Projekte und Veröffentlichungen
Auch 2025 und 2026 bleibt Andreas Schaerer künstlerisch hochaktiv. Auf seiner offiziellen Website kündigte er das Album Anthem For No Man’s Land für den 28. Februar 2025 auf ACT Music an; zudem verweist die Band- und Labelkommunikation auf die Arbeit mit Luciano Biondini, Kalle Kalima und Lucas Niggli sowie auf den größeren, freieren Klangraum des Quartetts. Parallel dazu dokumentiert der aktuelle Tourkalender zahlreiche Auftritte, darunter Duo-Formationen mit Daniel Garcia und Projekte wie A Novel Of Anomaly. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/en/news/))
Bemerkenswert ist, dass Schaerers aktuelle Arbeit weiterhin zwischen Club, Festival und Konzertsaal pendelt. Die Live-Seite seiner Website listet für 2025 und 2026 Konzerte in Budapest, Ratingen, Helsinki und weiteren Städten, dazu Jubiläumsauftritte von Hildegard Lernt Fliegen. Damit bleibt er nicht nur im Studio präsent, sondern auch als Bühnenkünstler mit einer erstaunlich konstanten internationalen Konzerttätigkeit. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/live/?ytd=2025))
Kultureller Einfluss und musikalische Autorität
Schaerers Einfluss reicht weit über die Schweiz hinaus. Er verbindet Jazz, freie Musik, Hip-Hop, Performance, klassische Komposition und Filmmusik zu einem Werk, das sich jeder einfachen Kategorisierung entzieht. Seine Zusammenarbeit mit Bobby McFerrin, mit internationalen Solisten und Ensembles sowie mit Orchestern wie dem Lucerne Festival Academy Orchestra zeigt, wie selbstverständlich er zwischen improvisierter Clubkultur und institutioneller Hochkultur vermittelt. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/en/about/?utm_source=openai))
Auch als Pädagoge hat er Spuren hinterlassen. Seit 2010 unterrichtet er an der Hochschule der Künste Bern Gesang, Improvisation und Ensemblearbeit und gibt damit seine Erfahrung an neue Generationen weiter. Das stärkt seine Autorität als Musiker, der nicht nur auf der Bühne überzeugt, sondern auch musikalische Prozesse reflektiert, vermittelt und in eine größere kulturgeschichtliche Perspektive einordnet. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/en/about/?utm_source=openai))
Fazit: Ein Künstler, den man live erleben muss
Andreas Schaerer ist spannend, weil er den Jazz als offenen Erfahrungsraum begreift. Seine Stimme erzählt nicht nur Melodien, sondern erschafft ganze Szenen, Rhythmen und Emotionen. Wer ihn live erlebt, begegnet einem Künstler, der Technik, Fantasie und Präsenz auf seltene Weise verbindet und aus jedem Konzert ein Ereignis macht. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/projects/hlf/?utm_source=openai))
Gerade in seiner aktuellen Phase zeigt sich die Größe dieser Musikkarriere besonders deutlich: neue Projekte, starke Kollaborationen, eine vitale Diskographie und eine weiterhin ungebremste Bühnenpräsenz. Andreas Schaerer bleibt ein Grenzgänger von außergewöhnlicher Strahlkraft. Wer zeitgenössischen Jazz in seiner lebendigsten Form erleben möchte, sollte ihn unbedingt auf der Bühne hören. ([andreasschaerer.com](https://andreasschaerer.com/en/news/))
Offizielle Kanäle von Andreas Schaerer:
- Instagram: Kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: Kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: Kein offizielles Profil gefunden
- Spotify: Kein offizielles Profil gefunden
- TikTok: Kein offizielles Profil gefunden
Quellen:
- Andreas Schaerer – Offizielle Website
- Andreas Schaerer – About
- Andreas Schaerer – News
- Andreas Schaerer – Live
- Andreas Schaerer – Contact
- ACT Music – Anthem For No Man’s Land
- ACT Music – Andreas Schaerer
- Wikipedia – Andreas Schaerer
- Wikipedia – Andreas Schaerer (EN)
- JazzZeitung – Verrückt vor Musik: Andreas Schaerer und das Arte Quartett mit "Perpetual Delirium"
- London Jazz News – CD Review: Andreas Schaerer’s Hildegard lernt fliegen
- London Jazz News – CD Review: Out of Land
